Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen & Korall

Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen & Korall

Datum: 
Fr., 12/10/2012 - 21:00

“Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen” sind ein illustres, leicht in die Jahre gekommenes Trüppchen aus Kiel.
Kollege Knarf Rellöm nennt es Northern Punk, der Traurige Oli sagt Old Wave Punk, die Chose einfach Elektro-Punk zu nennen würde nicht hinhauen und die gute alte Pop-Musik ist natürlich auch noch im Boot, wenn auch nicht am Ruder....Egal...Hauptsache Musik, sagt meine Mutter.

Onkel Depression trifft die gute alte Tante Humor an der Bar „Zum Suff auf hohem Niveau“
Lars Stuhlmacher spielt Bass, hat schon immer Bass gespielt und wird immer Bass spielen...immer wieder Bum Bum...Rumms da fällt der König.Jochen Gäde singt meißtens, macht aber auch oft Gitarre. Steffen Frahm spielt Schlagzeug und wenn’s an der Gitarre etwas kniffliger wird, dann packt er die Klöppel beiseite, kommt nach vorn und zeigt Herrn Gäde an seinem Feuervogel, was alles so möglich ist (Dieses Instrument, die Gitarre, hat er nämlich an der „Academy of Boredom“ von der Pieke auf gelernt). Den Beat-Job übernehmen währenddessen Maschinen, die sich Monacor Minipops 35 oder einfach nur 505 nennen. Letztere spielt nebenbei auch noch gerne mal Synthesizer...Enorm diese Dinger...

Kennenlernphase: Lars und Jochen kennen sich noch aus Dithmarschen. Jochen feiert seine ersten Erfolge mit dem allseits beliebten Teenage-Schlumpf-Punk Trio 1000 PATRONEN....Lars residiert derweil in einer Land-Punk-WG und bringt sich Bass spielen bei..Sie verlassen die Provinz und ziehen zusammen nach Kiel...Da geht die Luzi so richtig ab.....All die bunten Lichter und die Kaschemmen....Jochen driftet in die Beartschlagerszene ab und trommelt bei DISCO MAXIM...Lars lernt Steffen kennen, zusammen spielen sie bei TRANSPORTER...
Ausser den STONES geht jede Band irgendwann in die Binsen und Lars und Jochen entwickeln neue Ideen auf Jochens ollen 8-Spur Rekorder....Steffen kriegt Wind davon und will mitmischen...Er bewirbt sich per Post, muß diverse Mutproben machen und sitzt jetzt zusammen mit Lars und Jochen in dem Boot, das sich KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN nennt....

POSTSEXUELL: Am 3.08.2012 erscheint das erste Album von KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN auf einem Label (Broken Silence). Endlich was Neues, was man sich auf den Plattenteller legen, in den Kompakt-Disc Spieler schieben oder in die Sammlung einsortieren kann, nach welchem System auch immer. Davor gab’s noch eine 7-inch Split Single mit MISSES NEXT MATCH (ebenfalls auf Broken Silence). Und davor 2 CD’s in Eigenregie...Einmal das Debut-Album und die 6-Träck EP ANGESCHOSSENES WOLF....Wie immer wurden alle Lieder unter der Regie von Herrn Frahm aufgenommen, gemischt und produziert... Thematisch geht es auf POSTSEXUELL im Groben um Leben umkrempeln, kein Sex, Leb so dass es alle wissen wollen, Spiesser-Pärchen, Selbstmord, Tiere, Abstinenz, modrigen Liebeskummer, die Farbe Schwarz und Geister...Und irgendwann am Ende des Machwerks erfahren wir noch wer die Orgel Bei BLACK FLAG spielt...
Eine beliebte Frage, wenn man was neues hört lautet denn immer: „Und, wie klingen die denn so, die Boys aus dem Norden?“ Vielleicht wie ne Mischung aus GAZEBO und NOMEANSNO ??? Keine Ahnung...Find’s raus!!!
KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN haben viel Musik gehört und im Oberstübchen gespeichert. Und ab und zu hört man irgendwas, was einem vertraut vorkommt....
Irgendwelche Fetzen, Akkorde, Beats, Töne und Sounds....
Immer dieselben Zutaten...es kommt drauf an wie man sie zusammenklöppelt und präsentiert...So läuft der Hase....

Korall:
„Vergiss Dein Beautycase“- dieser Name ist Programm. Und wieder gerade nicht. An ebenso betitelter Platte arbeiteten KORALL schließlich gute drei Jahre. Das weist auf diverse Schönheitsoperationen hin… Genauso ist dies aber der Tatsache geschuldet, dass diese Band voll im Leben steht. Deswegen wissen die drei Geschichten zu erzählen, mit denen man sich identifizieren kann. So singen sie über die vergehende Liebe, um die es aber doch irgendwie schade ist („Der Ausnahmeantrag“), oder vergeben musikalische Komplimente, die einfach nur die Existenz eines geliebten Menschen behandeln, wie bei „Boxenlotz“ oder „Diamant“. Vor pathetischen großen Gesten wird dabei nicht zurückgeschreckt! Kennt nicht jeder diese Momente, die eigentlich kitschig sind, in ihrer augenblicklichen Überhöhung aber genau das Gefühl zum Ausdruck bringen, das einen gerade beherrscht? „…ich gebe mich dem hin, was auch der Wandel bringt…“
(„Einatmen/Ausatmen“).

Bilder: 
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